Die CDU-Bundestagsabgeordnete Silvia Breher tauschte sich mit den Mitarbeitervertretungen (MAV) der Krankenhäuser im Oldenburger Münsterland aus, um sich über die Situation vor Ort zu informieren. Das Treffen fand aufgrund der Corona-Lage digital statt. Im Mittelpunkt der Diskussion stand vor allem die Corona-Prämie, die für großen Unmut sorgt.

Die MAV-Vorsitzende des St. Josefs-Hospitals Cloppenburg, Christa Schierholt, berichtete zunächst darüber, dass den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in den letzten Jahren immer mehr abverlangt worden sei. Die Arbeitsverdichtung habe ständig zugenommen und damit der Zeitdruck. Patientinnen und Patienten brauchen aber vor allem Pflegekräfte, die sich professionell um sie kümmern und Zeit für sie haben. Diese Zeit fehle jedoch, da auch schon vor der Corona-Pandemie nicht ausreichend Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter vorhanden waren bzw. gewonnen werden konnten. Der Arbeitsmarkt sei leergefegt.

Um Patienten noch angemessen versorgen zu können, mussten und müssen Mitarbeiter häufig auf Pausen und freie Tage verzichten sowie Überstunden leisten. Viele Mitarbeiter würden deshalb an ihre Grenzen stoßen und erkranken. Teilweise würden einige sogar ihren Beruf ganz aufgeben.

In diesem Jahr sei die Corona-Pandemie hinzugekommen. Auch dieser Aufgabe hätten sich die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit großem Engagement gestellt – und das obwohl die weitreichenden Hygienemaßnahmen und das ständige Arbeiten mit FFP2-Maske und Schutzkleidung über viele Stunden die Arbeit noch anstrengender und schwieriger machen würde.

In diesem Zusammenhang wies Sonja Schröder, 2. MAV-Vorsitzende des St.-Marien-Hospital Friesoythe, darauf hin, dass auch in Corona-Zeiten der Erhalt der Wirtschaftlichkeit großen Druck auf die Häuser ausübe. Das bekämen dann natürlich auch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu spüren.

Zusätzliche Sorge bereitete Johann-Berend Groß de Wente, MAV Krankenhaus St. Elisabeth Damme, die in diesem Jahr angelaufene generalistische Pflegeausbildung. Die Auszubildenden würden zu wenig Zeit im Krankenhaus verbringen, sodass bereits jetzt absehbar sei, dass im Anschluss an ihr Examen umfangreiche Nachqualifizierungen erforderlich sind.

Den größten Unmut unter allen Beteiligten erzeugte aber die Corona-Prämie für Krankenhausbeschäftigte. Durch eine Stichtagsregelung, nach der bis zum 31. Mai 2020 eine bestimmte Anzahl von Corona-Fällen vor Ort behandelt werden muss, erfüllt kein Krankenhaus im OM die Voraussetzungen, um die Prämie für seine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu erhalten. Mitten in der zweiten Welle, in der zudem auch viele Kolleginnen und Kollegen erkrankt seien, sei eine solche Stichtagsregelung unverständlich und demotivierend. Silvia Breher zeigte dafür Verständnis, wies aber darauf hin, dass sich der Bundestag am Konzept des GKV-Spitzenverbandes und der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG) orientiert habe. Im parlamentarischen Verfahren seien dann noch kleinere Verbesserungen u.a. zugunsten der anspruchsberechtigten Beschäftigten hinzugekommen.

Abschließend dankte Silvia Breher den Mitarbeitervertreterinnen und -vertretern für die offenen Worte und lud sie sein, gerne im regelmäßigen Austausch zu bleiben. „Wie Sie mache auch ich meinen Job aus Leidenschaft. Wenn Sie also merken, dass sich Dinge politisch ändern müssen, geben Sie mir bitte einen Hinweis, damit ich die Themen mit nach Berlin nehme und dran bleiben kann. Uns eint, dass wir dafür kämpfen, eine gute und flächendeckende Gesundheitsversorgung im ländlichen Raum am Laufen zu halten“, so Silvia Breher.