Die CDU-Bundestagsabgeordnete Silvia Breher besuchte die Behindertenwerkstatt des Caritasvereins Altenoythe e.V. in Cloppenburg. Im Gespräch ging es insbesondere um die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf soziale Einrichtungen.

Der plötzliche Lockdown im Frühjahr stellte besonders die Einrichtungen der Behindertenhilfe vor große Herausforderungen. „Zunächst war es für uns ein Schock“, berichtete die Pädagogische Leiterin Silke Eichwald, „doch im Nachhinein können wir sagen, dass die Umstellungen in unserer Einrichtung schneller und besser funktionierten als gedacht. Die positive Erkenntnis für uns: Flexibilität und schnelle Reaktionen sind möglich.“ Auch Horst Zwirchmair, Produktionsleiter der Behindertenwerkstatt, kann rückblickend sagen, dass trotz Lockdown und nötigen Umstrukturierungen die Produktion weiter gut möglich war: „Die Pandemie stellt uns täglich und wöchentlich vor neue Herausforderungen, denn trotz allem fordert die Industrie ihre Bestellungen bei uns ab und es muss geliefert werden. Aber es funktioniert.“

Innerhalb kürzester Zeit wurde vieles neu organisiert und Ausweichmöglichkeiten geschaffen. Dabei waren und sind die Bedürfnisse aller Beschäftigten mit unterschiedlichen Handicaps zu berücksichtigen. So gibt es beispielsweise einen vollkommen abgetrennten Bereich für diejenigen Beschäftigten, die aus gesundheitlichen Gründen keine Maske tragen dürfen. Damit alle die geltenden Regeln verstehen und befolgen können, wurden an sämtlichen Räumen und Eingängen große und leicht verständliche Wegweiser und Symbole angebracht. Dabei hilft die sogenannte „Leichte Sprache“. Mittlerweile hat die Einrichtung auch Schnelltests erhalten, die ab sofort zum Einsatz kommen.

Die Änderungen bedeuten aber auch, dass kleinere Gruppen eingeteilt werden müssen und nur noch begrenzter Kontakt unter den Beschäftigten möglich ist. Darunter leiden diese am meisten, weiß Silke Eichwald, deshalb suche man gerade dringend zusätzliche Räumlichkeiten.

Die CDU-Bundestagsabgeordnete Silvia Breher wies auf die weitere Finanzierung des Familienentlastenden Dienstes (FED) hin, der Menschen mit Behinderungen und ihre Familien mit flexiblen Entlastungsangeboten unterstützt. „Mir ist es ein Herzensanliegen, dass wir in dieser schweren Zeit vor allem nicht diejenigen Menschen und Familien vergessen, die ohnehin keinen leichten Stand haben. Daher freue ich mich sehr, dass sich unser Einsatz in Hannover gelohnt hat, um eine Finanzierung des FED auch im nächsten Jahr sicher zu stellen“, zeigte sich Silvia Breher erleichtert, dass die ursprünglich geplante Streichung der Mittel verhindert werden konnte.

Pandemiebedingt fällt in diesem Jahr auch der immer gut besuchte Weihnachtsbasar aus. Auf die handgefertigten Produkte der Beschäftigten der Kreativwerkstatt muss aber niemand verzichten, sie sind regelmäßig im Werkstattladen der Behindertenwerkstatt Cloppenburg erhältlich. „Also nichts wie hin“, so Silvia Breher augenzwinkernd.