Mahnfeuer in Löningen: Weidetierhalter benötigen uneingeschränkte Unterstützung

Die Übergriffe auf Weidetiere durch Wölfe reißen im Oldenburger Münsterland nicht ab. Gestern Abend wurde mittels des Mahnfeuers auf die schwierige Situation der Tierhalter hingewiesen und der Forderung nach einem integrierten Wolfsmanagement Nachdruck ve

In der letzten Woche sind im Landkreis Vechta zwei von drei ehrenamtlich tätigen Wolfsberatern vom niedersächsischen Umweltministerium ohne Vorankündigung abberufen worden. Die Reaktion von der hiesigen Bundestagsabgeordneten Silvia Breher:

„Ich muss gestehen, ich bin wirklich entsetzt über die Art und Weise des Vorganges. Letztlich geht es nicht nur um den Umgang mit Ehrenamtlichen. Die Wolfsberater haben sich jahrelang ehrenamtlich engagiert und waren für viele Tierhalter der erste Ansprechpartner. Gerade in der gegenwärtigen Situation, wo die Übergriffe auf Nutztiere zunehmen, sollte auf die Erfahrung der Wolfsberater nicht plötzlich verzichtet werden. Die Wolfsberater genießen das Vertrauen vieler. Für ihren Einsatz haben sie Anerkennung und Respekt verdient und damit auch einen eben solchen Umgang. Das habe ich auch Umweltminister Olaf Lies mitgeteilt und von ihm eine Klarstellung gefordert. Eine Antwort liegt mir noch nicht vor.“

Im Landkreis Cloppenburg gab es in den letzten Monaten wiederholt Wolfsübergriffe auf Schafe. Neben Bürgern, Tierhaltern und Landwirten haben auch die Naturfreunde Goldenstedt e.V. aus Solidarität an dem Mahnfeuer teilgenommen. Bodo Wessels, zweiter Vorsitzender der Naturfreunde Goldenstedt e.V. sagt: „Zur Wahrheit gehört auch dazu, dass in den letzten Jahren viele Hobbyzüchter aufgehört haben, dass trifft auch auf Goldenstedt zu. Wenn jetzt anerkannte Wolfsberater, von heute auf morgen, vom Umweltministerium abgezogen werden, ist das ein Bärendienst für die Betroffenen und kein Schritt in Richtung effektives und koordiniertes Wolfsmanagement. Wer übernimmt jetzt? Diese Aktion hat das Vertrauen vieler Menschen in die Lösungskompetenz des Umweltministeriums nachhaltig erschüttert. Wir wollen jetzt wissen, wie es in den nächsten Monaten weitergehen soll. War das erst der erste Aufschlag aus Hannover? Werden weitere Abberufungen folgen? Wir erwarten hierauf Antworten und zwar schnell.“

 

„Es muss sich etwas ändern, denn nur mit Herdenschutz und Ausgleichszahlungen wird das Problem der Nutztierrisse nicht gelöst. Und den betroffenen Tierhaltern ist damit auch nicht geholfen. Da ist der geplante erleichterte Abschuss von Wölfen ein erster Schritt. Zu mehr war das Bundesumweltministerium leider nicht bereit. An einem Bestandsmanagement führt aber kein Weg vorbei und dafür werden wir uns weiter einsetzen“, antwortet Silvia Breher auf die Frage, welche Maßnahmen der Bund zum Stichwort Wolfsmanagment unternimmt.

Hintergrund: Am 23. Mai 2019 wurde im Kabinett eine Änderung des Bundesnaturschutzgesetzes beschlossen. Mit einer geplanten Änderung soll der Abschuss von Wölfen wird künftig erleichtert werden, wenn diese bereits ‚ernsten‘ Schäden anrichten. Ein Kompromiss zwischen den zuständigen Häusern, dem Bundeslandwirtschaftsministerium und dem Bundesumweltministerium, konnte nach monatelangen Verhandlungen nur auf Druck der Bundeskanzlerin hergestellt werden. Die Zuleitung an den Deutschen Bundestag und die parlamentarischen Beratungen wird in den nächsten Wochen erfolgen.

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